Orangen oder Apfelsinen?- Hauptsache lecker!

In meiner Kindheit gab es keine Orangen. Und ich bin im Westen groß geworden. Doch bei uns zu Hause hieß das saftige Obst Apfelsine, da meine Mutter aus dem Norden der Republik stammte und sich nicht an die Süddeutschen Gepflogenheiten anpaßte.
Sprachwissenschaftler der Universität Augsburg haben die Bezeichnung analysiert und stellten fest: Bis vor dreißig Jahren hieß Orange nördlich der Mainlinie Apfelsine. Jetzt könnt Ihr Euch ja in etwa ausrechnen, wie ich alt ich bin.

Heutzutage ist diese sprachliche Grenze nicht mehr ganz so deutlich. Und die Apfelsine als Wort verschwindet immer mehr aus dem aktiven deutschen Sprachgebrauch.
Von meinem Speiseplan verschwindet sie nicht, dann ich mag diesen fruchtig-süßen Geschmack der mich immer ein bißchen an eine Reise in den Süden erinnert. Und es lassen sich so leckere Rezepte damit kochen und backen.

Da ich meine Lebensmittel am liebsten regional und bio kaufe, habe ich zum Thema Orangen recherchiert:

Woher kommen Orangen eigentlich?

Orangen

Heutzutage findet man auf jedem Kontinent Orangenbäume: Die beliebte Zitrusfrucht findet man auf Mallorca genauso wie in Mexiko. Kultiviert werden können Orangen zwischen dem 20. und 40. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators, dem sogenannten Zitrusgürtel
Zu den drei größten Orangenexporteuren der Welt gehören Brasilien, die Vereinigten Staaten und Mexiko. Allein Brasilien produziert jährlich bis zu 19 Mio. Tonnen Orangen jährlich.

Regional ist das nicht wirklich. Aber auch in Südeuropa werden Orangen angebaut. Zum Beispiel in Spanien.

Wie werden Orangen angebaut?

In freier Natur kann ein Orangenbaum bis zu 8m hoch werden, normalerweise werden die Bäume aber in Plantagen gepflanzt und die Wuchshöhe auf etwa fünf Meter beschränkt. Das liegt daran, daß die Früchte so einfacher geerntet werden können.

Bis aus einer duftenden Orangenblüte eine erntereife Orangenfrucht wird kann das bei manchen Sorten bis zu 18 Monaten dauern. Damit aus einer Orangenblüte eine leckere Orange wird, kann es bis zu 18 Monate dauern. Einige Sorten reifen allerdings auch schon innerhalb eines halben Jahres. Geerntet werden Orangen -anders als Bananen- nur im reifen Zustand, da ihnen die Fähigkeit zur Nachreifung fehlt.

Mein persönlicher Orangenbauer

Bisher habe ich meine Orangen im Bioladen gekauft, um hochwertige und ungespritzte Ware zu bekommen. Doch auch hier war ich auf der Suche nach Alternativen. Das gestaltet sich bei Zitrusfrüchten natürlich nicht so einfach, da diesem Obst bei uns die klimatischen Voraussetzungen für ausreichendes Wachstum fehlen.

Durch Zufall bin ich auf Twitter über einen Orangenbauern gestolpert, der seine Früchte direkt an den Endkunden verkauft: Citrus Ricus.
Er erntet die Früchte täglich frisch, verpackt sie und schickt sie an den Endkunden.

Citrus Ricus ist ein kleiner Familienbetrieb, der versucht sich gegen das Oligopol der Supermärkte durchzusetzen und natürliche, qualitativ sehr hochwertige Orangen und Mandarinen anzubieten.

Wir lieben die Welt der Orangen und glauben fest daran, dass man mit der Hilfe der Natur den ursprünglichen Geschmack der Früchte erhalten kann. Dieser ging durch Überzüchtung und Verwendung von Chemikalien leider schon vor langer Zeit verloren.(Quelle Zitat)

Das wollte ich ausprobieren und habe eine Kiste geordert*. Beim Öffnen des Paketes strömte mir ein wahnsinnig fruchtiger Orangenduft entgegen und alle Früchte waren prall und frisch.
Wir haben viele der Früchte pur als Obst gegessen und ich habe den Rest in verschiedenen Rezepten verwendet, wie den Dattel Orangenkugeln
Die Früchte tragen zwar kein Biossiegel, werden aber nicht chemisch behandelt oder nach der Ernte gewachst. Deswegen habe ich vor dem Verzehr auch immer die äußere, dünne Schale abgehobelt und getrocknet oder als Orangenzucker verarbeitet.

Zwei Fragen an Citrus Ricus

Mag jemand, der täglich mit Orangen zu tun hat die Früchte überhaupt noch?  Welchen Herausforderungen steht ein Orangenbauer täglich gegenüber? Ich habe nachgefragt:

Direktvermarkter in Valencia/Spanien

Was ist Ihr liebstes Orangenrezept?

Am liebsten sind mir die Orangen direkt vom Baum, so wie sie sind, auch wenn es zahlreiche köstliche Rezepte gibt. Sehr gerne mag ich auch Hühnchen- oder Schweinefleisch mit Orangen zubereitet. Auch Lachs mit Orangen-Honig-Senf-Sauce schmeckt mir ausgezeichnet.

Meinen Gästen bereite ich oft ein Getränk mit Gin, mazerierten Orangen und Erdbeeren zu, das kommt immer sehr gut an. Auch die Schale kann dafür verwendet werden, da unsere Früchte keine chemische Nachbehandlung erfahren. Auch hausgemachten “Arancello” kann ich empfehlen, das ist ein ausgezeichneter Orangenlikör, allerdings wird er bei mir noch nicht ganz so, wie ich das gerne hätte. Ich hoffe, dass ich es dieses Jahr schaffe.

Was sind für Sie die größten Herausforderungen als Orangenerzeuger?

Die größte Herausforderung ist die finanzielle Zukunft der Plantage. Der Gewinn liegt bei den Großhändlern, doch der Orangenbauer trägt das gesamte Risiko: Klimafaktoren (es kann gefrieren, zu warm sein…) oder Plagen können eine schlechte Ernte zur Folge haben, doch der Preis der Früchte variiert deshalb kaum, denn dieser wird von wenigen Großkonzernen bestimmt. Auch wenn der Euro schon vor fast 15 Jahren eingeführt wurde, werden Orangen noch immer in Peseten und Arroba (das ist eine alte Maßeinheit) gehandelt, der Preis hat sich seit vielen Jahren kaum verändert. Das hat natürlich auch negative Auswirkungen auf die Qualität. Wenn der Orangenbauer mit dem ihm bezahlten Preis kaum überleben kann, können die Plantagen nicht ausreichend gepflegt werden. Deshalb ist es so wichtig, direkt vom Erzeuger zu kaufen. So kann die lokale, nachhaltige Entwicklung gefördert und natürlich auch die Qualität der Früchte verbessert werden. Wir legen großen Wert auf umweltfreundlichen Anbau und den ursprünglichen, authentischen Geschmack, der im Supermarkt leider nicht mehr zu finden ist. Dies ist jedoch nur mit der Direktvermarktung möglich. Zusammen mit Erzeugerwelt.de bieten wir übrigens auch die Möglichkeit, an Foodfunding-Projekten teilzunehmen, bei denen die Patenschaft für einen Orangen- oder Mandarinenbaum übernommen werden kann.

Gutschein

Falls Ihr jetzt Lust auf leckere, frische Orangen direkt vom Erzeuger habt, dann habe ich was für Euch:

Mit dem Gutscheincode Ichlebejetzt bekommt Ihr bis 22. März 2016 bei Citrus Ricus einen Rabatt von 15% auf Eure Bestellung. Schaut euch unbedingt im Shop von Citrusricus um. Dort gibt es nicht nur Orangen, sondern auch frische Mandarinen, sowie Orangenblütenhonig, Zitronenblütenhonig und Marmelade.
*Im Sinne der Transparenz: Meine erste Kiste Orangen habe ich zum Testen geschenkt bekommen. Danach war ich so begeistert, daß ich gleich zwei weitere geordert habe.

 

 

 

Was ist Euer liebstes Zitrusfrüchterezept? Teilt Ihr es mit mir?

 

 

 

 

1 comments On Orangen oder Apfelsinen?- Hauptsache lecker!

  • Das Interview fand ich sehr spannend!
    Ich frage mich schon seit Jahren, wie der Anbau von Früchten noch ein Geschäft sein kann – so günstig wie die Produkte im Supermarkt jeweils sind!

    Ich versuche daher schon seit einiger Zeit meine Kaufwahl auch davon abhängig zu machen, wie die lokalen Produzenten vergütet werden! Die Seite citrusricus.com habe ich vorher noch nicht gekannt. Ich glaube ich werde Sie in den nächsten Wochen (wenn mein eigener Apfelsinenvorrat langsam abnimmt) testen.

    Vielen Dank für den Tipp und liebe Grüsse
    Simone

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